Ahrbrück 2021

Die Flutkatastrophe 2021

Das Hochwasser in West- und Mitteleuropa 2021 bzw. die Flutkatastrophe 2021 war eine Naturkatastrophe mit schweren Sturzfluten beziehungsweise Überschwemmungen in mehreren Flussgebieten in Mitteleuropa im Sommer 2021. Besonders betroffen waren Teile Belgiens, der Niederlande, Österreichs, der Schweiz, Deutschlands und weiterer angrenzender Länder. Die schwersten Hochwasser wurden durch das Tiefdruckgebiet Bernd verursacht.

Die Flut wirkte sich besonders im Nordosten der Eifel verheerend aus, wo Ortschaften an der Ahr, am oberen Teil der Erft, an der Nette (Mittelrhein) und Nitzbach, an der Rur und an ihren Nebenflüssen Inde, Merzbach, Vichtbach und Wurm verheerend getroffen wurden. Viele Häuser wurden unterspült, von den Fluten mitgerissen und beschädigt; Straßen, Brücken und andere wichtige Infrastruktureinrichtungen wurden zerstört. Besonders stark getroffen wurde der Landkreis Ahrweiler, wo das Hochwasser der Ahr eine Spur der Zerstörung hinterließ.

Bei der Flutkatastrophe starben über 220 Menschen, davon mindestens 184 in Deutschland. Das Hochwasser ist gemessen an der Opferzahl die schwerste Naturkatastrophe in Deutschland seit der Sturmflut 1962. (Quelle: Wikipedia Hochwasser in West- und Mitteleuropa 2021)

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 18. Juli: Die Moosburger Hilfsorganisation steht bereits seit einigen Tagen in Kontakt mit verschiedenen Hilfsorganisation und Behörden in den von der Unwetterkatastrophe betroffenen Gebieten. Durch direkte Kontakte mit dem Krisenstab der Region Bad Neuenahr-Ahrweiler wird es konkret: Hilfe durch Navis e.V. wird angefordert. Nach der Überschwemmungskatastrophe 2013 in Deggendorf, ist dies neben den zahlreichen Auslandseinsätzen bereits das zweite Eingreifen in Deutschland.

Vorgesehen ist ein Einsatz beim Zweckverband Wasserversorgung Eifel/Ahr in Adenau. Dort ist derzeit keine Wasserversorgung der Bevölkerung möglich. Navis e.V. wird hier technische Hilfe leisten und die entsprechende Versorgung aufbauen, Wasser aufbereiten und entsprechende Hochbehälter des Kreises befüllen. An Ausrüstung ist eingeplant: vier Trinkwasseraufbereitungsanlagen, davon zwei mit einer Leistung von 5000 Liter pro Stunde, alle vorhandenen Notstromaggregate, sowie Zelte in verschiedenen Größen und 200 Behälter à zehn Liter für den Trinkwassertransport vor Ort. Zusammen mit dem Material werden elf freiwillige Helfer von Navis e.V. auf den Weg gebracht. Die Einsatzleitung übernimmt der zweite Vorsitzende Stephan Zobel. Das Team vor Ort leitet Tobias Venus an.

20. Juli: Nach der Ankunft des ersten Teams im Einsatzgebiet Adenau wird Kontakt zur örtlichen Einsatzleitung aufgenommen und die Lage erkundet. Im Laufe des folgenden Tages kann an einer geeigneten Stelle nun in Ahrbrück dann die erste Anlage zur Trinkwasseraufbereitung am Basislager in Betrieb genommen werden und somit bereits sauberes Trinkwasser produziert werden. Das Team beschreibt die Lage vor Ort als „kriegsähnlich“.

Seitens der Einsatzleitung vor Ort entscheidet man sich, dass auch die restlichen Trinkwasseraufbereitungsanlagen in unmittelbarer Nähe des Basislagers eingerichtet werden. Für die Aufbereitung werden tausende Liter Flusswasser entnommen, in den Anlagen zu Trinkwasser aufbereitet und anschließend in das örtliche Trinkwassernetz des Landkreises Ahrweiler eingespeist.

Am frühen Morgen des 21. Juli starten mehrere Helfer aus Moosburg, um das Team in Ahrbrück zu unterstützen, dazu weiteres Material, wie Zelte, Schläuche, Verteilerstücke und Aufbereitungschemikalien. Das Basislager besteht aus einem Zelt mit insgesamt fünf Trinkwasseraufbereitungsanlagen, einem Zelt für technisches Material und einem Lager für alle Chemikalien der Aufbereitungsanlagen. Zusätzlich kann auf die Kapazitäten des örtlichen Gemeindehauses zugegriffen werden, um es als Büro, Wohn- und Schlafplatz für die Helfer zu nutzen. Die Einspeisung in das örtliche Trinkwassernetz funktioniert und die Einwohner der Gemeinden Hönningen, Kreuzberg, Liers und Pützfeld konnten bisher mit über 25000 Liter sauberem Wasser versorgt werden. Vorher war die Ausgabe von Trinkwasser nur an Ausgabestellen oder per Wassertransport möglich. Im Basislager steht ein Schichtwechsel an: Einsatzteam 2, bestehend aus sechs weiteren Ehrenamtlichen unter der Leitung von Jürgen Arnold, startet in Moosburg, um das erste Team abzulösen. Insgesamt hat Team 1 in der ersten Woche eine Millionen Liter Wasser aufbereitet.

28. Juli: Inzwischen werden wieder etwa 1400 Haushalte verlässlich mit Trinkwasser versorgt. Wie Teamleiter Jürgen Arnold berichtet, ist hier stabiler Druck wichtig – eine wesentliche Voraussetzung, dass in den Haushalten wieder direkt Trinkwasser ankommt. Es ist das erste Mal, das Navis e.V. bei einem Einsatz eine Direkteinspeisung in ein Leitungsnetz vornimmt. Parallel wird in Moosburg Team 3 auf den Einsatz vorbereitet.

Team 3 produziert in der dritten Woche des Einsatzes an die 740000 Liter Wasser, davon 620000 Liter für das Trinkwassernetz sowie 120000 Liter für Tankwagen und Wassercontainer, um die umliegenden Gemeinden zu versorgen. Neben der Wasserversorgung beteiligt sich Navis e.V. beim Aufbau der Infrastruktur, wie der Errichtung dringend benötigter Duschanlagen.

13. August: Zwei weitere Ortsteile, Mühlenauel und Pützfeld, werden an die direkte Trinkwasserversorgung angeschlossen. Insgesamt konnten in der vergangenen Woche wieder 700000 Liter Wasser aufbereitet und abgegeben werden.

Wolfgang Wagner, Vorsitzender von Navis e.V., schildert seinen persönlichen Eindruck vor Ort folgendermaßen: „Die Einwohner der betroffenen Gebiete sind nach wie vor auf Hilfe und Unterstützung angewiesen, das Ausmaß der Katastrophe ist weiterhin unvorstellbar und hat sehr emotionale Erinnerungen bei mir hinterlassen“.

14. September: Nach neun Wochen und ebenso vielen Teams, beendet Navis e.V. den Einsatz im Katastrophengebiet Ahrbrück im Landkreis Ahrweiler. Die Hilfsorganisation aus Bayern bereitete in dieser Zeit knapp sieben Millionen Liter Trinkwasser auf.

 

Vielen, vielen Dank an diese private Hilfsorganisation, die so etwas von professionell und unkompliziert die Wasserversorgung geregelt hat. Hätten doch gewisse andere staatliche Hilfsorganisationen nur ansatzweise so gut funktioniert! (Webseite der Gemeinde Ahrbrück)

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