Deggendorf 2013

Hochwasser Katastrophe an der Donau und der Isar in Bayern

Durch anhaltende Niederschläge im Mai und Anfang Juni 2013 führten sowohl die Donau als auch die Isar übermäßig viel Wasser und suchten den Landkreis mit einem noch nicht gekannten Hochwasser heim. Am 2. Juni erreichten am Abend Donau und Isar die Meldestufe 4. Nach frühzeitiger Information der gefährdeten Gemeinden im Landkreis und der Hilfsorganisationen wurde, da Deiche gefährdet waren, vom Landrat am 3. Juni der Katastrophenalarm ausgerufen. Lokale Medien berichteten, dass an der Isarmündung unter erschwerten Bedingungen Dammsicherungsarbeiten geschehen.

Am 4. Juni brach durch den Rückstau der Donau dieser Damm an der Isar bei Deggendorf und überschwemmte die beiden Ortsteile Fischerdorf und Natternberg. Am selben Tag hielt der Donau-Damm bei Winzer den Wassermassen nicht mehr stand, große Teile von Niederalteich wurden überflutet.

Bereits ab dem 4. Juni fanden großflächige Evakuierungen statt, mehr als 6000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Der Donaupegel bei Deggendorf lag vom 4. Juni bis 6. Juni bei 8 m, und erreichte in Niederalteich einen Höchststand von 8,30 m.

Neben der Autobahn 3 und der Autobahn 92 im Bereich des Autobahnkreuzes Deggendorf waren auch Staats- und Landkreisstraßen entlang der Donau über eine Woche überflutet und gesperrt. Nachdem nach der Überflutung Fischerdorfs die Maxbrücke in Deggendorf auch noch die Donaubrücke der Autobahn A92 komplett gesperrt werden musste, war der rechts- und linksseitig der Donau gelegene Teil des Landkreises verkehrstechnisch weitgehend voneinander isoliert. Der Schulbetrieb im gesamten Landkreis musste für eine Woche unterbrochen werden, in Niederalteich für zwei Wochen.

Erst am 18. Juni konnten die letzten Bewohner der Deggendorfer Ortsteile Fischerdorf und Natternberg wieder ohne Boote zu ihren Häusern, um mit den Aufräumungsarbeiten zu beginnen. Auch bei den Aufräumungsarbeiten leisteten Hilfsorganisationen und Freiwillige Hilfe. Prognosen schätzten den Schaden allein im Landkreis Deggendorf auf 500 Millionen Euro. (Quelle: Niederbayern Wiki Hochwasser 2013 (Deggendorf))

Die Trinkwasseraufbereitungsanlagen von NAVIS e.V. kommen zum Einsatz

Da die Situation in vielen Orten Anfang Juni sehr angespannt ist und teilweise Katastrophenalarm ausgerufen wurde, hat der Vorstand von NAVIS e.V. beschlossen, materielle Hilfe in Form von Feldbetten, Decken, Stromerzeugern oder auch Trinkwasseraufbereitungsanlagen auf Anforderung zur Verfügung zu stellen. An das BRK Deggendorf werden etwa 150 Feldbetten ausgegeben.

Am 8. Juni bricht ein erstes Team von NAVIS e.V. zu einem Einsatz auf. Mit 2 Großraumzelten, Beleuchtung, Feldbetten, Decken und eigenem Stromerzeuger, fahren sechs Helfer von NAVIS e.V. in den Deggendorfer Ortsteil Natternberg, um dort Betreuungseinheiten der Wasserwacht zu unterstützen. Im sehr stark vom Hochwasser betroffenen Ortsteil Fischerdorf wird ein Zelt für die örtliche Einsatzleitung aufgestellt; ein weiteres als Unterkunftszelt für Helfer von THW und anderen Hilfeleistungsorganisationen eingerichtet.

Ab dem 10. Juni kommt auch eine Trinkwasseraufbereitungsanlage von Navis e.V. zum Einsatz. Außerdem soll auch technisches Gerät, wie Hochdruckreiniger und Tauchpumpen, Anwendung finden, um Häuser und Flächen von Wasser und Dreck zu befreien. In Deggendorf sind 12 Helfer eingesetzt.

Das Team wird mit der Trinkwasseraufbereitungsanlage und den Stromerzeugern in Mettenufer, das zu Deggendorf-Natternberg gehört, eingesetzt. Die Bewohner von Mettenufer versorgen sich normalerweise mit Brunnenwasser. Diese Brunnen sind durch das Hochwasser überflutet worden und schließlich verschlammt. Auch das schwere Hochdruckreinigungsgerät und weitere Stromerzeuger finden hier Verwendung. Außerdem hilft das Team auch beim Ausräumen von zerstörtem Inventar. Die Teamgröße wird auf fünf Helfer reduziert, die bei den Aggregaten übernachten, da andere Hilfsorganisationen über Diebstahl berichten.

Das Hauptaufgabenfeld besteht aus Keller auspumpen und Reinigung. Neben eigenem Equipment werden auch Geräte der Feuerwehr Deggendorf eingesetzt. Durch die gemischte Vereinsstruktur von Navis e.V. ergibt sich der Vorteil, dass viele Mitglieder im Umgang mit feuerwehrtechnischen Geräten geschult sind. Ab dem 16. Juni werden die Helfer aus Deggendorf abgezogen, die mitgebrachten Geräte, die weiterhin in Fischerdorf benötigt werden, bleiben erstmal vor Ort.

Der Einsatz wird Ende Juni mit dem Abholen der letzten verliehenen Ausrüstungsgegenstände beendet.

„Die Frau hat mich unter Tränen umarmt und gesagt: Wenn Sie wüssten, was für Schätze Ihre Mitarbeiter sind. Die sind sich für keine Arbeit zu schade.“

Dankbarkeit und Lob haben Wolfgang Wagner schier überwältigt, der als Isarstraßen-Anwohner nur zu gut weiß, was es heißt, mit der Hochwassergefahr zu leben und diesmal davongekommen zu sein. (Karin Alt, Moosburger Zeitung, 22.3.2013)

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