Haiti 2016

Hurrikan Matthew war ein sehr starker tropischer Wirbelsturm über dem Karibischen Meer; der Hurrikan war der erste atlantische Hurrikan seit Hurrikan Felix in der atlantischen Hurrikansaison 2007, der die Kategorie 5 auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala erreichte. Das 14. tropische System ist der dreizehnte tropische Sturm, fünfte Hurrikan und zweite schwere Hurrikan der atlantischen Hurrikansaison 2016 und bildete sich aus einer starken tropischen Welle, die sich am 22. September von der Küste Afrikas löste und westwärts über den tropischen Atlantik zog, bis das System am 28. September östlich der Inseln über dem Winde als tropischer Sturm klassifiziert wurde. Bereits einen Tag später wurde der Sturm direkt westlich der Antillen zu einem Hurrikan, der sich weiter rapide in einen Kategorie-5-Hurrikan intensivierte. Südöstlich von Jamaika drehte das System auf eine nördliche Zugbahn ein. Der Hurrikan zog mit andauernden Windgeschwindigkeiten bis zu 230 km/h über Haiti, Jamaika, Kuba und Teile der Dominikanischen Republik und setzte seinen Weg Richtung Bahamas und Ostküste der Vereinigten Staaten fort.

Die haitianische Regierung gab am 6. Oktober 2016, zwei Tage nach dem Durchzug von „Matthew“, bekannt, dass der Wirbelsturm in Haiti 122 Todesopfer gefordert habe. Allein in der etwa 31.000 Einwohner zählenden Kleinstadt Chantal, in der Plaine des Cayes westlich von Les Cayes gelegen, starben fast 100 Menschen. Tags darauf, am 7. Oktober, mussten die haitianischen Behörden in einer ersten Bilanz die Zahl der Todesopfer auf 877 korrigieren, zwei Tage später auf 1000.

Im Süden Haitis sind mindestens 29.000 Häuser zerstört worden. (Quelle: Wikipedia Hurrikan Metthew)

Vorstand von Navis e.V. entscheidet sich für die Entsendung eines Fact Finding Teams nach Haiti

Abflug von Heidi Bauer, Andreas Baumgartner (Teamleiter) und Florian Schweiger ist der 10.10.2016.
Zwei Tage später kommt das Team in einem der ärmsten Länder der Welt an. Bereits am ersten Tag können erste Kontakte geknüpft werden. Das Team trifft sich mit Haitianischen Verantwortlichen und dem Innenminister Jude Saint-Natus. Das Team teilt sich auf: Heidi Bauer wird vorerst in Port au Prince bleiben und die Abstimmungstermine mit UN und Regierung wahrnehmen. Andreas Baumgartner und Florian Schweiger machen sich auf den Weg Richtung Süden in die betroffenen Regionen. Das Katastrophengebiet ist nur schwer erreichbar. Erste Erkenntnisse gibt es von den Amerikanern, die dort mit Hubschraubern unterwegs sind.

Im Hintergrund laufen die Vorbereitungen für Team 1. Die Fracht, darunter Cholera Kits, wird zum Flughafen München gebracht. Von dort geht es über Düsseldorf und Miami weiter nach Port au Prince. Mitte der darauffolgenden Woche werden Team 1 und die Fracht vor Ort erwartet.
Die Lage: Es sind 2,1 Mio. Menschen von Hurrikan Matthew betroffen; 1,4 Mio. davon benötigen direkte Hilfe. Die Straßen zu den Katastrophenregionen werden langsam freigeräumt, sind aber trotzdem nur mit geländegängigen Fahrzeugen befahrbar. Vom Department DINEPA, das sich unter anderem um die Wasserversorgung kümmert, wurde Navis e.V. die Stadt Tiburon zugeteilt. Das Fact Finding Team macht sich auf den Weg. In Moosburg laufen die Vorbereitungen weiterhin auf Hochtouren.

Tiburon liegt im äußersten Südwesten von Haiti im Département Sud. Die Stadt mit etwa 21.000 Einwohnern liegt direkt an der Küste. Hurrikan Matthew hat sie mit voller Wucht getroffen. Die Anreise dorthin dauert ungefähr zehn Stunden reine Fahrtzeit (ca. 400 km ab Port au Prince). Eine Kollegin von „Apotheker ohne Grenzen“ schließt sich dem Fact Finding Team an.

Aufgrund der gesammelten Informationen und Rückmeldungen des Erkundungsteams von Navis e.V. in Haiti haben sich die Verantwortlichen gegen die Entsendung von Team 1 und somit gegen einen weiteren Einsatz in Haiti entschieden.

Nach intensiver Erkundung des zugewiesenen Einsatzgebiets im Südwesten Haitis, den der Hurrikan am intensivsten getroffen hat, konnte das Fact Finding Team vor Ort keine Notwendigkeit für den Einsatz von Trinkwasseraufbereitungsanlagen feststellen. Trinkbares Wasser ist, laut Aussage der örtlichen Verantwortlichen, aus den Bergen ausreichend vorhanden. Ebenso ist der Einsatz des Feldhospitals zur Notfallversorgung nicht notwendig. Die Anzahl der Cholera-Fälle ist ebenfalls mittlerweile wieder stark rückläufig. In den Katastrophengebieten werden ausschließlich Nahrungsmittel und Baumaterialen für den mittelfristigen Wiederaufbau benötigt.

In der bis dato 10-jährigen Geschichte von Navis e.V. ist dies das erste Mal, dass ein Einsatz aufgrund der Erkundung vor Ort nicht gestartet wurde.

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