Myanmar: Medizinische Hilfe nach dem Erdbeben dank NAVIS-Spenden
Der kleine Shwe kam schwer krank in die Klinik. Dank der NAVIS-Spenden geht es dem Vierjährigen aus Myanmar heute wieder gut.
Fotos: Humedica
Nach dem schweren Erdbeben in Myanmar im vergangenen Jahr hatte die Hilfsorganisation NAVIS zu Spenden aufgerufen. Die Verantwortlichen des Vereins wollten gemeinsam mit einer Partnerorganisation schnelle Hilfe ins Land bringen.
Dies konnte jedoch nicht umgesetzt werden, da das Regime in Myanmar weder die Einfuhr von Hilfsgütern noch von Personal gestattete. Die ursprünglich vorgesehene Partnerorganisation zog sich daraufhin aus dem geplanten Einsatz zurück.
In der Folge unternahm NAVIS weitere Anstrengungen, einen geeigneten Partner zu finden, da ein größerer Geldbetrag auf dem Spendenkonto eingegangen war, der unbedingt den Betroffenen zugutekommen sollte.
Die Hilfsorganisation Humedica erklärte sich kurzfristig zur Zusammenarbeit bereit und zeigte sich dankbar für die finanzielle Unterstützung der mobilen medizinischen Versorgung im Erdbebengebiet. „Gerne setzen wir Ihre Spende in unsere Erdbebenhilfe in Myanmar ein, welche durch einen lokalen Partner durchgeführt wird“, hieß es vonseiten Humedica.
Von September bis Dezember 2025 bestand die medizinische Hilfe vor Ort aus der Überweisung einzelner Patienten an Gesundheitseinrichtungen, wobei Behandlungs- und Transportkosten übernommen wurden. Seit Januar 2026 unterstützt das Projekt eine mobile Klinik, die mit einem Arzt, zwei Krankenschwestern und einem mobilen Klinikassistenten besetzt ist.
Diese mobile Einheit ist in zehn Zielgebieten tätig und führt an vier Tagen pro Woche Außeneinsätze durch, mit dem Ziel, mindestens 450 Patienten pro Monat zu behandeln. Schwere und komplexe Fälle werden an öffentliche und private Krankenhäuser sowie an Kliniken internationaler Nichtregierungsorganisationen (INGOs) überwiesen, um eine angemessene Behandlung sicherzustellen.
Durch die NAVIS-Spenden können Medikamente finanziert und Behandlungen ermöglicht werden.
Wie notwendig diese Hilfe ist, zeigt das Beispiel des vierjährigen Shwe Kaung Kin. Seine Familie verlor beim Erdbeben alles: das Zuhause und die Existenzgrundlage des Vaters, der eine Mopedwerkstatt betrieb. Seitdem lebt die Familie in einem provisorischen Zelt aus Abfällen am Dorfrand. Wenn der Vater Arbeit findet, gibt es etwas zu essen – andernfalls muss die Familie hungern.
Als Shwe schwer erkrankt – mit hohem Fieber und wiederkehrender Bewusstlosigkeit – wäre eine sofortige Behandlung im Krankenhaus notwendig gewesen. Doch dafür fehlte das Geld. In dieser Situation traf das Team der Humedica-Partnerorganisation ein und übernahm die Versorgung des Jungen.
Diagnostiziert wurden eine Lungenentzündung, Anämie und Wurmbefall. Der notwendige Klinikaufenthalt wurde vollständig finanziert. 202 Euro Spendengelder haben sein Leben gerettet. Die Dankbarkeit der Familie sei mit Worten kaum auszudrücken, berichtet die Mutter. Als Buddhistin schließt sie die Helfer und Spender täglich in ihre Gebete ein.
NAVIS bittet weiterhin um Unterstützung seiner vielfältigen Aufgaben im nationalen und internationalen Katastrophenschutz. Spenden sind möglich auf das Konto mit der IBAN DE35 7005 1003 0000 4140 00 bei der Sparkasse Freising Moosburg oder über unser Spendenformular.
Da sich NAVIS zu 100 Prozent aus Spenden finanziert, ist diese Unterstützung von besonderer Bedeutung.
NAVIS e.V. Hilfseinsätze national und international