Ukraine-Hilfe: NAVIS e.V. bringt 96 Kartons mit Hilfsgütern auf den Weg

21.12.2025

Wir brauchen eure Hilfe, lasst uns nicht im Stich!

Moosburg. (ka) „Wir brauchen eure Hilfe, lasst uns nicht im Stich!“ Mit dieser flehentlichen Bitte ist Hans Kerschbaumer von der Hilfsorganisation NAVIS e.V. aus Budapest zurückgekehrt, wohin er 96 Umzugskartons mit Hilfsgütern für die Ukraine transportiert hat. Die Menschen seien nach drei Kriegsjahren zermürbt und litten zunehmend unter dem Mangel an allem. Nur stundenweise Strom, zehn Grad „warme“ Wohnungen, leere Regale in den Supermärkten und die ständige Gefahr durch Drohnen forderten einen hohen Preis von der Zivilbevölkerung, wurde ihm aus erster Hand berichtet.

Mitarbeiter der Csilla von Boeselager Stiftung führen von Ungarn aus laufend Hilfstransporte in die Ukraine durch. An sie wurden die Hilfsgüter übergeben, die rechtzeitig vor Weihnachten in Odessa an notleidende Menschen verteilt werden.

Logistische Unterstützung aus der Region

NAVIS-Vorsitzender Dr. Thomas Geiner ist stolz auf den engagierten Regionalverband Rosenheim, der die logistische Abwicklung des jüngsten Hilfstransports für die Ukraine unterstützt und ermöglicht hat. Im ersten Kriegswinter war NAVIS noch selbst in die Ukraine gefahren und hatte Lebensmittel sowie medizinische Güter an Krankenhäuser geliefert. Diese Transporte wurden später eingestellt, um die Ehrenamtlichen nicht der akuten Lebensgefahr auszusetzen.

Dank der guten Kontakte von Hans Kerschbaumer zur Csilla von Boeselager Stiftung konnte die vorhandene NAVIS-Logistik erneut sinnvoll eingesetzt werden, um dringend benötigte Hilfsgüter weiterzuleiten. Die transportierten Spenden stammten unter anderem von „Tante Emma“ aus Moosburg sowie aus weiteren bestehenden Hilfsaktionen im Raum Rosenheim und Chiemsee. NAVIS stellte hierfür Transportkapazitäten, Infrastruktur und Erfahrung zur Verfügung.

Die Hilfsgüter wurden vor dem Weitertransport gesichtet, sortiert und fachgerecht verpackt. Die Kartons wurden gemäß den WHO-Vorschriften viersprachig beschriftet, was den Grenzübertritt erheblich erleichtert.

Übergabe in Budapest und Einblicke aus der Ukraine

Am 13. Dezember holte Hans Kerschbaumer im NAVIS-Zentrallager in Ziegelberg einen Sprinter ab, der anschließend in Rosenheim vollständig beladen wurde. Am nächsten Morgen machte er sich gemeinsam mit seiner Frau Hildegard auf den Weg nach Budapest, wo die Fahrer der Boeselager Stiftung den Weitertransport übernahmen. Treffpunkt war das Feuerwehrhaus im Vorort Paty, wo die Kerschbaumers bereits erwartet wurden.

„Die Feuerwehrleute haben nicht nur tatkräftig mit angepackt, sondern auch extra mit dem Beginn ihrer Weihnachtsfeier auf uns gewartet, damit wir dabei sein konnten“, erzählt Kerschbaumer. Diese Verbundenheit komme nicht von ungefähr: Die Feuerwehr von Paty hat ein ausgedientes Fahrzeug aus dem Landkreis Freising gespendet bekommen – ein Zeichen der langjährigen guten Kontakte.

Vor Ort kam Kerschbaumer zudem mit dem örtlichen Leiter der Csilla von Boeselager Stiftung ins Gespräch. Dieser hatte kurz zuvor gemeinsam mit einem UN-Mitarbeiter die Ukraine bereist und konnte eindrücklich schildern, wie sehr die Bevölkerung unter den russischen Angriffen leidet. In Dörfern und Städten sehe man nahezu nur noch Frauen und Kinder, die Männer seien im Krieg. Nachts sei alles dunkel und wirke wie ausgestorben – eine gespenstische Atmosphäre. Der Mangel sei überall spürbar, insbesondere an notwendigen Hygieneartikeln.

Mit diesem Wissen will es NAVIS nicht bei einer einmaligen logistischen Unterstützungsleistung belassen und plant, auch künftig Hilfstransporte über bewährte Partner zu ermöglichen. Dazu bittet NAVIS um finanzielle Spenden, mit denen Transport, Logistik und weitere Hilfsmaßnahmen unterstützt werden können.

Spendenkonto:
Sparkasse Freising Moosburg
IBAN: DE35 7005 1003 0000 4140 00
oder direkt über www.navisev.de

Wichtiger Hinweis:
NAVIS e.V. ist keine Annahmestelle für Sachspenden.
Um unsere ehrenamtlichen Strukturen und Lagerkapazitäten zu schützen, unterstützen wir Hilfsmaßnahmen gezielt durch Logistik, Transport und finanzielle Spenden in Kooperation mit erfahrenen Partnern.

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