Sri Lanka 2005/2006

Das Erdbeben im Indischen Ozean – auch Sumatra-Andamanen-Beben genannt

Am 26. Dezember 2004 war ein unterseeisches Megathrust-Erdbeben mit einer Magnitude von 9,1 und dem Epizentrum 85 km vor der Nordwestküste der indonesischen Insel Sumatra. Es war das drittstärkste jemals aufgezeichnete Beben und löste eine Reihe von verheerenden Tsunamis an den Küsten des Indischen Ozeans aus. An vielen Küstenabschnitten verbrachten Touristen ihren Weihnachtsurlaub; an den Stränden waren viele Menschen zum Sonnen und Baden. Insgesamt starben durch das Beben und seine Folgen etwa 230000 Menschen, davon allein in Indonesien rund 165000. Über 110000 Menschen wurden verletzt, über 1,7 Millionen Küstenbewohner rund um den Indischen Ozean wurden obdachlos.
Sri Lanka war von der Naturkatastrophe sehr stark betroffen. Die Behörden gehen von etwa 31000 bis 38000 Opfern aus. Besonders betroffen waren der Osten und der Süden der Insel. (Quelle: Wikipedia Erdbeben im indischen Ozean 2004)

Dieser Einsatz lief offiziell noch nicht unter NAVIS e.V., sondern unter Leitung der Flughafenfeuerwehr München

Andreas Trattler und Herrn Florian Funke von der Flughafenfeuerwehr München wollen helfen. Sie beschließen, Hilfsgüter in Form von 40 Paletten Mineralwasser in das Krisengebiet zu schicken. Nachdem ihre Transport-Anfrage von mehreren Behörden abgewiesen wird, überlegen die beiden, wie ein eigenes Flugzeug organisiert werden könnte.

Schnell sind Sponsoren gefunden, die das Unternehmen der Feuerwehrleute unterstützen. Ein Frachtjumbo des Typs Boing 747 kann am 3. Januar mit 100 Tonnen Hilfsgütern an Bord Richtung Südostasien starten.

Wenige Tage zuvor, am Silvester-Nachmittag, nach mehreren Telefonaten, steht das Einsatzgebiet fest: Weligama liegt im Süden von Sri Lanka. Um eine zielgerichtete Versorgung der vom Tsunami betroffenen Menschen sicherzustellen, werden von den ersten Spendengeldern Medikamente gekauft. Am 2. Januar wird beschlossen, einen Erkundungstrupp nach Colombo – der inoffiziellen Hauptstadt Sri Lankas – zu schicken. Das sechs Mann umfassende Team soll die Lage sondieren, die Boeing 747 in Empfang nehmen und für einen reibungslosen Transport der Hilfsgüter in das Krisengebiet sorgen.

LTU erklärt sich bereit, das Vorauskommando kostenlos nach Colombo mitzunehmen. Nach einer kurzen Silvesternacht sind die Teilnehmer ausgewählt: Das Team setzt sich aus Andreas Trattler, Dr. Thomas Geiner, Stephan Zobel (Rettungssanitäter), Helmut Unger (Rettungssanitäter), Andreas Baumgartner (Rettungssanitäter) und Maximilian Braun zusammen. Florian Funke übernimmt die Einsatzleitung in München. Aufgabe der Einsatzleitung in München ist die Koordinierung der Hilfsgüter und Geldspenden, sowie als Ansprechpartner für das Einsatzteam in Sri Lanka zu fungieren.

Am 4. Januar begrüßt der Finanzminister von Sri Lanka das Fact Finding Team auf dem Flughafen in Colombo. Insgesamt waren es an die neunzig Tonnen Hilfsgüter, die von der Flughafenfeuerwehr München in das Krisengebiet geschickt wurden. Gegen Abend macht sich das Team auf den Weg in das Zielgebiet in den Süden von Sri Lanka. Währenddessen treffen in München weitere 70 Tonnen an Hilfsgütern ein.

Am Einsatzort wird beschlossen, sofort in den Ort zu fahren, um sich die Brunnen anzusehen. Diese sollen schnellstmöglich wieder nutzbar gemacht werden, indem man das Salzwasser abpumpt. Die medizinischen Helfer behandeln Kranke und Verletzte.

Fünf Tage später wird das Erkundungsteam abgelöst. Georg Zeller (Einsatzleiter Technik / Rettungssanitäter), Dr. Marcus Creutzenberg (Einsatzleiter Medizin / Arzt), Tobias Hufeld (Rettungsassistent), Walter Unger (Rettungssanitäter), Frank Bayer und Thomas Thaller übernehmen jetzt das Camp in Weligama. Weitere 90 Tonnen an Material sind auf dem Weg nach Colombo.

Am 16. Januar kehrt der zweite Trupp aus Sri Lanka zurück. Freiwillige Helfer der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen übernehmen die Aufgaben vor Ort. Eine Wasseraufbereitungsanlage wird auf den Weg nach Sri Lanka gebracht und das Team um sechs weitere Helfer verstärkt. Die technische und medizinische Hilfe sowie die Verteilung von Sach- und Geldspenden reicht bis in den März. Im Zuge dessen gelingt es, 160 Zelte für die Hilfsorganisation PINA zu organisieren. Anfang April reisen Florian Funke und Stephan Zobel nach Colombo um die Zelt zu übergeben.

Ende April kommt die erste Einsatzleitung in Sri Lanka an. Die Ausgabe der Zelte kann beginnen. Trotz 45 Grad im Schatten können zu Beginn fast 70 Zelte im Laufe eines Tages aufgestellt werden. Das zweite Einsatzleiterteam kommt in Ampara an. Zelte werden nach Kalmunai und Nintavur geliefert. Team 1 kehrt nach Übergabe wieder nach München zurück.

Ein Arzt, Teilnehmer von Team 2, versorgt in der mobilen Krankenstation an die 50 Patienten täglich. Der Zeltbestand ist auf 1500 Stück angewachsen und wird in bedürftigen Gebieten ausgegeben. Anfang Mai ist das dritte Einsatzleiterteam unterwegs nach Colombo, um von dort nach Ampara zu gelangen. Mitte des Monats kündigen sich mehrere einheimische Hilfsorganisationen an, die Zelte in eigener Regie verteilen und aufbauen wollen. Insgesamt werden mehr als 200 Zelte an die Hilfsorganisationen übergeben. Nach Übergabe des letzten Kontigents an das örtliche Gesundheitsministerium, tritt das gesamte Team die Heimreise an.

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